Radfederungssysteme an Motorrädern müssen im Wesentlichen zwei Aufgaben erfüllen: Sie sollen sehr sensibel auf Belastungen durch unebene Fahrbahn und Bodenwellen reagieren sowie Stöße weitgehend vom Fahrwerk fernhalten. Dies gilt besonders im Bereich der Nulllage, wenn das Motorrad mit Fahrergewicht plus Ausrüstung belastet wird. Hierbei wird etwa ein Drittel des Gesamtfederwegs ausgenutzt. Hingegen sollen Federung und Dämpfung beim starken Beschleunigen härter reagieren – wie auch beim Überfahren von Bodenwellen oder bei größeren Fahrbahnunebenheiten. Wenn dementsprechend der Federweg fast aufgebraucht ist, soll ein Durchschlagen des Federelements vermieden werden. Man spricht hierbei von einer progressiven Feder- und Dämpferkennlinie.
BMW Motorräder mit WAD Federelement tragen diesem Anforderungsprofil durch die Verwendung progressiv gewickelter Federn und eines schräg angelenkten Federbeins am Paralever Rechnung. Die Vorspannung der Feder ist für unterschiedliche Fahrergewichte sowie die Mitnahme eines Passagiers und Gepäck komfortabel über ein Handrad verstellbar. Sie erfolgt stufenlos über eine Hydraulik.
Das WAD-Federbein verfügt zusätzlich über ein Dämpfungssystem, dessen Dämpferkraft sich in der Druckstufendämpfung – also beim Einfedern – mit zunehmender Einfederung erhöht. Außerdem erlaubt es, den Dämpfungsverlauf sowohl der Zug – als auch der Druckstufe dem jeweiligen Fahrzeugtyp und seinem Einsatzzweck genau anzupassen. Die Erhöhung der Druckstufe ist konstruktiv um mehr als 100 Prozent möglich, die Zugstufe – also die Charakteristik des Ausfederns – kann um 50 Prozent angehoben werden.
Dieses patentierte BMW Motorrad Dämpfersystem unterscheidet sich in der Funktionsweise deutlich von den bereits bekannten Systemen. Parallel zum Hauptkolben des Dämpfersystems arbeitet ein Hilfskolben im Inneren der hohl gebohrten Kolbenstange, welches ein zusätzliches Dämpfungssystem darstellt. Sowohl das WAD-Federbein als auch die Federbeine ohne wegabhängige Dämpfung ermöglichen es dem Fahrer, die Zugstufe auf seinen Fahrstil und den Einsatz auf der Straße oder im Gelände einzustellen.
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