Im Zenit von Custom und Racing.

Wie der BMW S 1000 RR Umbau von PRAËM die Custom-Szene aufwirbelt.

Wer hätte gedacht, dass man auf das Maß aller Dinge noch einen draufsetzen kann? Mit ihrem Doppel-R-Umbau im 70er-Jahre-Look bringt die Custom-Schmiede PRAËM Performance und Style auf den Punkt – und auf die Rennstrecke.

Der Umbau von Motorrädern ist so alt wie das erste Motorrad selbst. Kaum ein Genre, in dem talentierte Customizer noch nicht Bikes nach ihrem Gusto geformt haben. Und doch würde es die PRAËM S 1000 RR wohl in die Top Ten der begehrtesten Umbauten aller Zeiten schaffen. Denn trotz aller Veränderung in ein oldschool Superbike der Extraklasse, büßt die Doppel-R von PRAËM nichts an Leistung ein und ist so nach wie vor ein Kandidat für die Rennstrecke.

Aus der Schmiede der Berneron-Brüder.

Aus der Schmiede der Berneron-Brüder.

Hinter dem Custom-Bike, das im Moment die Szene aufwirbelt, stehen die französischen Brüder Sylvain und Florent Berneron. Der 27-jährige Sylvain war bereits fünf Jahre im Designteam von BMW Motorrad tätig. Auch Sylvains jüngerer Bruder Florent (25) ist ein leidenschaftlicher Biker. Mit seiner Vergangenheit als Techniker im militärischen Helikopterbau, bringt Florent die Fertigkeiten mit, die es in der Konstruktion braucht. So sind die Brüder das perfekte Team für den Umbau von exklusiven Zweirädern.

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Das Beste aus zwei Welten.

Das Beste aus zwei Welten.

Unzählige Arbeitsstunden stecken in dem, was Sylvain und Florent Berneron mit der PRAËM S 1000 RR geschaffen haben. „Wir haben versucht, Racing und Custom zu verbinden“, sagt Sylvain. „Eine Rennmaschine zu kreieren, ist eine Form des Customizings. Die war früher sogar sehr populär. Viele Rennmotorräder waren Prototypen, die auf einer Straßenmaschine basierten. Beim Customizing ist es dasselbe: Du hast eine Vision und lässt diese Wirklichkeit werden. Und dann schaust Du, wie das so funktioniert.“

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20 Kilo leichter als das Serienmodell

Wer Sportmotorräder umbaut, muss sich auf einen immensen technischen Aufwand gefasst machen und vor allem: sehr präzise arbeiten. Trotz dieser Umstände haben die Berneron-Brüder an der Doppel-R mehr verändert, als ein erster Blick erahnen lässt. Der Tank ist 50 Millimeter länger als der serienmäßige, zu 70 Prozent in Aluminium rekonstruiert und auf das Stäubli Schnelltanksystem von der Langstrecke ausgelegt. Die Front-Verkleidung basiert auf einem Motorrad aus dem 8-Stunden-Rennen von Suzuka und hat ein Licht auf der rechten Seite. Der Sattel ist komplett handgefertigt. Die Räder aus Carbon wiegen nochmals circa fünf Kilogramm weniger als die ohnehin leichtgewichtigen Räder der S 1000 RR.

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„Wir haben Carbon-Keramik-Bremsen von Sicom verwendet“, erklärt Sylvain. „Die vordere und hintere Federung ist allerdings original, denn wir wollten die elektronischen Einstellungen beibehalten. Der vordere Lufteinlasskanal ist angepasst an die Verkleidung und die Airbox ist in Aluminium gefertigt. Die Leistung des Serienmotors reicht locker aus. Dennoch benutzen wir jetzt eine 4-in-1-Auspuffanlage in Titanium von Akrapovič. Der Wasserkühler ist auf Langstrecken ausgelegt, also brauchen wir keine Lüfter. Die Bremsen und Kühlschläuche sind mit Stäubli Schnellverschlüssen ausgestattet. Den unteren Rahmen und Batteriekasten haben wir selbst gefertigt.“

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Du hast eine Vision und lässt diese Wirklichkeit werden. Und dann schaust Du, wie das so funktioniert.

Sylvain Berneron

Designt für die Distanz

Wem die Ingenieursarbeit, die in der PRAËM S 1000 RR steckt, nicht genug ist, sollte sich die Lackierung der Maschine genauer ansehen. Die strategische Wahl der Farben ist wichtiger Bestandteil von Umbauten und auch hier ein besonderes Highlight. Das auffällige Design ist angelehnt an das BMW Art Car von 1975 von Alexander Calder. Doch auch wenn die PRAËM S 1000 RR ein Kunstwerk auf Rädern ist, ist es immer noch eine Rennmaschine und tauglich für die Rennstrecke.
Aber wie kommen zwei junge Männer darauf, ein Custom Bike zu bauen, das so eindeutig von den Rennmaschinen der Siebziger und Achtziger inspiriert ist? „Das werden wir ständig gefragt“, sagt Sylvain lachend. „Es gibt zwei Antworten darauf. Erstens wuchsen wir in einer Rennfahrer-Familie auf. Und zweitens waren die Rennmotorräder damals genauso inspirierend wie heute.“
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Ruhmreiche Tage

Die Rennmaschinen der Achtziger waren beeindruckend und unvergesslich. Umso wichtiger war es den Berneron-Brüdern, dass viele Schlüsselelemente der PRAËM S 1000 RR auf die Motorräder von damals einzahlen. Die Verkleidung und das Hinterteil ähneln so großartigen Vorbildern wie der Suzuki XR69. Die Räder erinnern an die Dymag Aluminiumräder jener Zeit. Die Motorgehäusedeckel sind von PRAËM im 70er-Jahre-Look gefertigt. Um in diesem Stil zu bleiben, gibt es auch nur einen Frontscheinwerfer.

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„Unser Ziel war es, eine Maschine zu bauen, die die Freiheiten einer persönlichen Interpretation widerspiegelt und dennoch die Basics des Originalbikes durchscheinen lässt. Es ging uns darum, ein Motorrad zu bauen, das Performance und Style vereint und nicht einfach nur stylisch aussieht“, sagt Sylvain. Ob dies gelungen ist, können Interessierte auf zahlreichen Veranstaltungen überprüfen. Als offizielles Custom-Projekt von BMW Motorrad wird die PRAËM S 1000 RR bei der MotoGP in Frankreich, beim Wheels and Waves Festival in Biarritz, bei den BMW Motorrad Days und weiteren Events vorgestellt.

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