Einmal Rennfahrer, immer Rennfahrer.

Speedway-Weltmeister Karl Maier und die R nineT Scrambler bei Wheels and Waves.

Seit 20 Jahren ist Karl Maier kein Rennen mehr gefahren. Dann tritt der vierfache Speedway-Weltmeister beim Flat-Track-Rennen von Wheels and Waves an. Mit seiner eigens dafür umgebauten R nineT Scrambler macht er der Konkurrenz schnell klar: Verlernt hat er nichts.

Mit seinem bunten, mit Sponsoren-Logos bestickten Rennanzug aus den Achtzigern und der bayerischen Helm-Haube zieht Karl Maier die Blicke auf sich. Als er dann im Fahrerlager noch die nagelneue R nineT Scrambler auspackt, versammelt sich eine Menschentraube um den prominenten Kopf aus der Speedway-Szene. „Ich fühle mich wie der John Travolta vom Wheels and Waves. Ein Wahnsinn, dass die mich kennen“, sagt Karl und lächelt stolz in die Runde.

Gaudi mit dem Scrambler

Neues Terrain.

In seiner langen Karriere als Speedway-Rennfahrer hat Karl schon einiges erlebt, aber die farbenfrohe Szenerie im Inneren einer Pferderennbahn im spanischen San Sebastián, ist für ihn neues Terrain. Jede Menge klassische US-Flat-Tracker und in die Jahre gekommene britische Gelände-Bikes treffen hier auf neueste Scrambler-Modelle.
Beim El Rollo Flat Track gibt es nur wenige Renn-Klassen, die Gary Inman aka Mr Sideburn-Magazin und Dirt-Quake-Organisator gemeinsam mit den Wheels-and-Waves-Veranstaltern zusammengestellt hat. Die Fahrer kommen aus aller Welt, teils mit wenig Flat-Track-Erfahrung, aber jeder mit dem Anspruch, Schnellster zu sein. Die Sonne scheint, es herrschen beste Voraussetzungen für Fahrer und Publikum.
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Wie immer mit der 48.

Die nagelneue R nineT Scrambler hat Karl in den vergangenen Wochen selbst in seiner Werkstatt in Neufinsing bei Erding angepasst. Sie neu lackiert und mit bayerischen Rauten verziert. „Umgebaut ist relativ wenig, lediglich die rechte Fußraste hab ich gegen einen Bügel ersetzt, den ich vom Speedway her gewohnt bin“, erklärt er. Ansonsten sei der Scrambler mit seiner ehemaligen Rennnummer 48 ziemlich original geblieben.
Die 48 bezieht sich auf seine Titel: vier Mal Weltmeister, acht Mal deutscher Meister. Das Motorrad von der Stange bildet eine gute Basis, um abseits der Straßen Spaß zu haben. Kurze Aufregung herrscht allerdings bei der technischen Abnahme, denn die aufgezogenen Metzeler Karoo 3 Reifen mit Straßenzulassung sind den Organisatoren zu grobstollig. Nach einigen Diskussionen über Inhalt der technischen Ausschreibung werden sie schließlich zum Start freigegeben.
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Einige Starter sind bekannte Größen aus der britischen DTRA-Serie, einer Flat-Track-Szene, die beispielsweise in Deutschland noch wenige Anhänger und kaum Fahrer hat und auch nur wenige Trainingsmöglichkeiten bietet. In Europa dominiert üblicherweise der verbreitete Speedway-Bahnsport und so sind Flat-Track-Fahrer nicht gerne auf den professionellen Bahnen gesehen.

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Die Ursprünge und das Zentrum von Flat-Track-Racing liegen in den USA, wo es sich bereits in den späten fünfziger Jahren zu einer populären und finanziell günstigen Rennfahrmöglichkeit entwickelte. Nachdem in den vergangenen Jahren im allgemeinen Motorrad-Revival auch Amateur-Rennen mit einfachen Regularien eine Frischzellenkur erlebten, ist El Rollo die logische Konsequenz, auch auf dem europäischen Festland im Umfeld der Wheels-and-Waves-Szene ein Flat-Track-Rennen zu etablieren.

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In den ersten Runden sieht man schon, dass Karl in den letzten 20 Jahren nichts von seinem Können verlernt hat. Auch wenn der lehmige spanische Untergrund völlig anders ist als der Boden klassischer Speedway-Bahnen, hat er den Scrambler fest im Griff. Mit viel Gefühl bringt Karl die 110 PS auf die Strecke und driftet mit wenig Luft in den Reifen – und somit möglichst viel Grip – um das Rund. Mit 220 Kilo Leergewicht ist das Bike nicht gerade leicht zu steuern. Dazu kommt: Es sind die ersten Trainings-Runden überhaupt mit seinem Scrambler.
Aber er wäre nicht der Maier Karl, wenn er die Maschine und die Situation nicht vollständig unter Kontrolle hätte. Als viermaliger Langbahn-Weltmeister, achtmaliger Deutscher Meister und mit fünf Teilnahmen an Speedway-Einzel-WM-Finalen, ist er eine lebende Legende. Er ist Rennfahrer und redseliger Geschichtenerzähler zugleich, zieht jeden mit seiner offenen und charmanten Art in den Bann. Die Teilnehmer des El Rollo kennen den 59-jährigen Bayer, sind stolz gegen ihn antreten und verlieren zu dürfen, wie ein Konkurrent ehrfurchtsvoll zugibt.
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Ich fühle mich wie der John Travolta vom Wheels and Waves. Ein Wahnsinn, dass die mich kennen!

Karl Maier

Voll dabei.

Karl Maier mit BMW Motorrad Chefdesigner Edgar Heinrich.

Voll dabei.

Zwar greift sein früheres Motto „ich kam, sah, siegte“ nicht ganz; doch Karl Maier fährt bis in den Finallauf vorne mit und belegt letztendlich den fünften Platz. Ob er im nächsten Jahr wieder kommt? „Logisch“, sagt der Charakterkopf und fügt hinzu „ich muss ja nur ein bisserl schneller im Kreis fahren als heute, dann gewinne ich auch das hier.“

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Und alles dreht sich ums Motorrad

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