Bilder, die unter die Haut gehen.

Scott Campbell übersetzt Stories in Symbole.

Er ist ein Tattoo-Star und hat auf den Körpern von Sting, Orlando Bloom und Penelope Cruz künstlerische Spuren hinterlassen. Scott verwandelt nicht nur ihre Stories in Symbole. Er kreiert auch aus Eierschalen, Geldscheinen und Sprühdosen echte Kunstobjekte. Inspirierende Auszeit nimmt er auf dem Motorrad. 

In der Schule ritzte er Totenköpfe in die Tische. Die Jacken seiner Kumpels und Schulkameraden kritzelte er mit Logos und Emblemen voll. Eine halbe Stunde von New Orleans aufgewachsen, gab es auf dem Land für den Schüler Scott nicht viel zu tun. „Außer Dirt Bikes zu fahren und mit Luftpistolen zu schießen. Ich war ein kleiner Punk“, erzählt Scott bei einem Besuch in seinem Studio in Los Angeles über seine Kindheit.    

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Die Crème de la Crème.

Scott verwandelt nicht nur Stories seiner Kunden in Symbole und Bilder, er arbeitet auch mit ausgewählten Materialien. 

Die Crème de la Crème.

Dass er eines Tages der Crème de la Crème an Schauspielern und Künstlern Tattoos stechen würde, konnte er nicht erahnen. Seit Jahren ist er angesehen:  Für Stars ist Scott ein Star. Zu seinen Kunden zählen Josh Hartnett, Orlando Bloom, Helena Christensen, Penelope Cruz. Und vertreten sind auch Promis aus der New Yorker Kunst- und Designwelt, etwa Modedesigner Marc Jacobs. Der verstorbene australische Schauspieler Heath Ledger ließ sich ebenfalls von Scott tätowieren. Zwischen den beiden entwickelte sich eine Freundschaft.    

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Das ABC des Tätowierens.

So fing es an: Scott dekorierte schon in der Schule die Tische. Jetzt ist er ein professioneller und sehr geschätzter Tattookünstler. 

Das ABC des Tätowierens.

Alles wuchs aus dem Drang heraus, Tattoos kreieren zu wollen. „In den meisten Dingen bin ich nicht gut, aber ich kann Bilder zeichnen“, sagt der Hautkünstler selbstbewusst. Die angedachte Karriere als medizinischer Illustrator gab er frühzeitig auf und hängte das Studium der Biochemie an der Universität Texas an den Nagel. Als er mit dem künstlerischen Handwerk professionell loslegen will, hat er noch nicht mehr als sieben Tattoos angefertigt. Mit Fotos der ersten Körperbemalungen suchte er einen kleinen Biker Tattoo Shop in San Francisco auf.

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Eiserner Wille.

Handwerkszeug: Die Tattoomaschinen ähneln alten Türklingeln mit zwei magnetischen Spulen.    

Eiserner Wille.

„Ich erzählte ihnen, dass ich schon seit einigen Jahren tätowieren würde, hätte aber dummerweise mein Portfolio mit meinem Gepäck bei einem Flug verloren.“ Scott hielt lediglich die sieben Fotos in den Händen. Ob die Mitarbeiter des Shops seine Story für bare Münze nahmen? „Ich denke, dass sie mir nicht richtig glaubten.“ Aber sie spürten, dass der junge Mann verbissen ist und einen eisernen Willen hat. „Sie gaben mir die Nachtschicht, und ich tätowierte jeden betrunkenen Mistkerl, der reinkam. So lernte ich das ABC des Tätowierens.“

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Mein erstes Dirt Bike war mein Schlüssel zur Welt.

Scott Campbell

Für den Hautkünstler gehören Bikes und Tattoos unweigerlich zusammen. „Motorräder sind ein Teil meines Lebens, ich bekam im Alter von elf Jahren mein erstes Dirt Bike. Das war mein Schlüssel zur Welt, denn ich konnte mich erstmals schneller fortbewegen als mich meine kurzen, dicken Beine tragen konnten.“ Seine Frau lernte Scott ebenfalls über das Thema Motorrad und Tattoos kennen. Damals hatte sie einen Job für eine Fernsehsendung. Sie und einige Schauspieler sollten ein paar Fake Tattoos erhalten. Eine Aufgabe für Scott, der damals mit dem Bike vorfuhr. „Sie fragte mich nach meinem Helm.“ Was sich herausstellte, war nicht nur die Tatsache, dass ihr Vater Rennen fuhr. Mehr noch: Er ließ den Track im New Jersey Motorsports Park bauen.

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Der Querdenker.

„In meiner ganzen Karriere habe ich es mit Motorradclubs zu tun gehabt, habe den Leuten Embleme gestochen oder nicht mehr angesagten Hautbildern ein Cover verpasst“, erzählt Scott. Seine Sichtweise aufs Motorradfahren bedeutet für ihn, eine kreative Auszeit zu nehmen. An einem Ride mit ein paar Kumpels ist der Künstler weniger interessiert. „Wenn ich auf dem Motorrad sitze, will ich alleine sein. Es gibt mir die Möglichkeit, eine Weile meinen eigenen Gedanken nachzugehen.“ 

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Nach einem kurzem Ride heißt es wieder Nachrichten checken.        

Totenkopf oder Schmetterling.

Sein erstes Tattoo bekam der Amerikaner im Alter von 15 Jahren – ein Alptraum für seine Mutter. „Ich hatte 20 Dollar und einen gefälschten Personalausweis, ging damit in den schmuddligen Biker Shop Dragon Mike and Tagger John’s und fragte, was ich für das Geld bekäme. Ich hatte die Wahl zwischen einem Totenkopf und einem Schmetterling. Für den Schmetterling hätte ich wahrscheinlich Schläge kassiert, also entschied ich mich für den Schädel. Ich wollte unbedingt ein Tattoo.“    

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Studio mit Aussicht: Scott Campbell braucht Raum zur künstlerischen Entfaltung.    

Geschichten in Bilder übersetzen.

Mittlerweile sind Tattoos längst in der Gesellschaft angekommen. Es klingt vielleicht einfach: Scotts Kunden lassen sich meist aus rein ästhetischen Gründen tätowieren. Allerdings ist die Motivauswahl eine komplexe Angelegenheit und bedeutet für Scott eine ganz eigene Herausforderung: Dazu muss er seinem Gegenüber zuvor genau zuhören und ihn verstehen. Das ist wahre Kunst.

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Jemanden zu tätowieren bedeutet, auf eine Person zu reagieren, seine Geschichte zu erzählen, sie zu übersetzen und passende Bilder zu finden.

Scott Campbell

Die neue Stimme.

Über den Körperschmuck hinaus überlegt Scott genau, woraus er Kunst fertigt: Sprühdosen, Geldscheine, Eierschalen. Auf Ein-Dollar-Noten wird beispielsweise aus „One“ ein „Lonely“ oder „Gone Fishin“. Manchmal stellt er den Schein auf den Kopf und es entsteht „Enough“. „Ich arbeite viel mit Text. Wörter können so mächtig sein, es macht mir Spaß, mit ihnen zu spielen.“ Er liebt das Querdenken. Während eines sechswöchigen Kreativ-Aufenthalts in einem mexikanischen Hochsicherheitsgefängnis gestaltete er Alltagsgegenstände in Kunstobjekte um. Einige seiner Werke wurden bereits weltweit in Ausstellungen gezeigt. Die New Yorker Kunstszene hat Scott als neue Stimme gewürdigt, im Stadtteil Brooklyn besitzt er noch den legendären Shop „Saved Tattoo“. Mittlerweile hat es ihn aber nach Los Angeles verschlagen. „Mehr Platz für die Familie, mehr Raum für die Kunst.“

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Der Künstler liebt Wortspiele und arbeitet auch gerne mit Textfragmenten.    

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