Die Achtelmeile als Rampe zum Ruhm.

R nineT-Umbau deluxe.

Monatelang haben sich Customizer auf diesen Tag vorbereitet, Nächte in ihren Werkstätten geschraubt, um rechtzeitig zum Glemseck 101 fertig zu werden. Beim Essenza Sprint präsentieren sie Custombikes vom Feinsten. Die Kunstwerke auf zwei Rädern vereinen Performance und Design und bringen die Essenz eines Motorrads auf den Punkt. Die Regeln sind denkbar einfach: zwei Räder, zwei Zylinder, maximal 1200 Kubik. Die Umsetzung jedoch ist eine Kunst für sich.

Als die 16 Custombikes des Essenza Sprints am Glemseck 101 den Zuschauern präsentiert werden, geht ein Raunen durch die Menge. Die Vielzahl optischer Leckerbissen könnte ganze Bildbände füllen. Geschickte Hände haben Roadster, Cruiser und Naked Bikes vom Serientrimm befreit und in visionäre Unikate verwandelt. Denn die Macher des Sprints riefen Motorradhersteller und -importeure dazu auf, die Essenz eines Motorrads zu kreieren – und diese beim Sprint am Glemseck 101 sowie ein zweites Mal auf der Intermot in Köln vorzustellen.

Neben den Kreationen von BMW Motorrad, Ducati, Harley-Davidson, Kawasaki, Moto Guzzi, Suzuki, Triumph und Yamaha zeigen zudem fünf begabte Customizer, was in ihren Augen das Wesentliche, die Essenz eines Motorrads ist.
Darunter das Münchner Diamond Atelier, VTR Customs aus der Schweiz oder die Berliner Urban Motor. Die Bandbreite der Motorräder reicht von puristischen oder radikalen Café Racern über Heritage-Superbikes bis hin zum minimalistischen Zweirad, das keine hundert Kilo auf die Waage bringt. „Diese Klasse ist eine große Überraschung. Alle Modelle sind sehr unterschiedlich; von stark modifizierten Stockbikes bis zu komplett neu aufgebauten Fahrzeugen mit handgefertigten Teilen ist alles dabei“, sagt Christian Pingitzer, Head of Sales and Marketing für Heritage und Customizing bei BMW Motorrad.
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Faustkämpfer aus Taiwan.

Faustkämpfer aus Taiwan.

Winston Yeh streicht behutsam über den tiefschwarzen Tank des Bavarian Fistfighter. Dann verschränkt er stolz die Arme vor der Brust und lächelt in die Kameras der Fotografen, die sich vor den Essenza Bikes positioniert haben. Der begnadete Industrial Designer ist extra aus Taiwan eingeflogen, um sein Meisterwerk am Glemseck 101 zu präsentieren. Sprintrennen sind nicht die Spezialität vom Gründer der angesagten Custom Schmiede Rough Crafts – auch wenn der R nineT Umbau durchaus performen kann. „Ich bin kein Racer. Zwar haben wir in Taiwan wahrscheinlich die meisten Motorräder und Scooter pro Quadratkilometer, doch für gewöhnlich fahren wir damit zur Arbeit und nicht um die Wette. Aber ich genieße es total, hier zu sein. Ich liebe die unglaublich coole Atmosphäre am Glemseck 101.“

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Bei seinem Bavarian Fistfighter hat Winston keine Farben ins Spiel gebracht. Das Auge soll auf die raffinierten, extra für das Bike angefertigten Teile gelenkt werden, die ein harmonisches Ganzes ergeben. Deutlich erkennbar ist die Anlehnung an die klassischen Modelle von BMW Motorrad, die sich im bauchigen Tank, der Sitzbank im Design eines traditionellen Gummisattels oder der Schneeflockenform der Räder widerspiegelt. Den Motor des Serienbikes hat Winston original belassen, die Elektronik geschickt versteckt. „Es soll einfach aussehen, auch wenn es definitiv alles andere als das ist“, sagt er und lacht. Dann macht er sich bereit fürs Rennen. Sein Fokus beim Essenza Sprint-Wettbewerb ist klar: Er will mit seinem Design punkten.

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Jedes Teil am Bavarian Fistfighter hat seine Bedeutung und trägt zum harmonischen Ganzen bei. Es soll einfach aussehen, auch wenn es definitiv alles andere als das ist.

Winston Yeh

Jeff Wrights Handschrift.

Jeff Wrights Handschrift.

In das aufgeregte Gedränge im Paddock vor der Achtelmeile mischt sich ein amerikanisches Paar. CCM-Champion Nate Kern begutachtet die Szenerie vom Sattel seines Fahrzeugs aus, das wie er den weiten Weg aus den Vereinigten Staaten zum Glemseck 101 angetreten hat. Der R nineT Umbau, den er heute fährt, stammt aus der Schmiede von Jeff Wright. Der hat sich mit seinem legendären Custombike-Shop Church of Choppers weltweit einen Namen gemacht. Weil Jeff selbst nicht am Glemseck sein kann, übernimmt Nate das Steuer des Leichtgewichts. Als Jeff an der ursprünglichen R nineT Hand anlegte, wollte er so viel Ballast abwerfen wie möglich. Also baute er erst einmal das gesamte Elektronik-Equipment aus und ersetzte die moderne Kraftstoffeinspritzung durch das gute alte Vergaser-Prinzip.

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Jeff Wright wählte für das Custombike einen hochglänzenden, eloxierten Rahmen und eine filigrane Höckersitzbank. Der Tank trägt überraschenderweise nicht die Farben Amerikas, sondern glänzt schwarz-rot-golden in der Nachmittagssonne. Eine Hommage an die interkontinentale Freundschaft. Am Motor änderte er nichts. „Was Jeff da geschaffen hat, ist spektakulär“, sagt Christian Pingitzer. „Natürlich ist die Kraftstoffeinspritzung eine bessere Wahl, wenn es um reine Performance geht. Doch die Maschine sieht super aus, ist leicht, schnell und hat einen infernalischen Sound.“ Nate Kern kann mit Vergasern umgehen und peitscht die Church of Choppers auf der Achtelmeile nach vorn. Im zweiten Durchgang ist für ihn dennoch Schluss.

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Diamond Atelier Nummer 4.

Diamond Atelier Nummer 4.

Dass die Münchner Tom Konecny und Pablo Steigleder drei Jahre nach der Gründung des Diamond Atelier gegen die großen Player der Motorradindustrie in den Ring steigen würden, hätten sie sich wohl selbst kaum ausgemalt. Ihr Diamond Atelier ist eine von fünf privaten Custom-Werkstätten, die für den Essenza Sprint nominiert wurden, und jetzt ihre prachtvollen Meisterwerke zur Schau stellen. Ins Rennen schicken die beiden Youngster die DA#4 – der vierte Wurf aus ihrer Werkstatt.

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Der R nineT Umbau ist das Ergebnis einer Kooperation mit dem Basketball-Label K1X, die Herbst-Winter-Kollektion der Marke lieferte die Inspiration fürs Design. Aggressiv, low-slung und puristisch: Mit diesen Attributen prägen Tom und Pablo die neue Generation der Café Racer. Highlights sind der Lufteinlass durch den handgefertigten Tank und die überarbeitete High-End-Elektronik. Die Logos sind aus Silber gefertigt und im Diamond Atelier-Stil mit einem echten Diamanten bestückt. Im Sattel sitzt der Ex-Rennprofi und GRIP-Testfahrer Jens Kuck.

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Der Bulle Goodwood 12.

Der Bulle Goodwood 12.

Amelie Mooseder fällt ihrem Racer um den Tank und drückt ihm einen Kuss auf. „Es war unglaublich, dieses Bike zu fahren. Schau es dir an, dieses puristische Design und das handgefertigte Heck. Das ist für mich die Essenz eines Motorrads“, sagt sie. Dass Amelie im Sprint um den Einzug ins Halbfinale knapp gegen Carl Fogarty den Kürzeren zog, wird da zur Nebensache. Die R 1200 R Goodwood 12 hat ihre Performance eindeutig unter Beweis gestellt. „Technisch ist unser Boxer mit viel Drehmoment und Quickshifter schon sehr gut für Kurzsprints ausgelegt“, sagt Daniel Weidmann von der Bike-Schmiede VTR Customs.

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Das Schweizer Team hat den Renner komplett in der eigenen Werkstatt aufgebaut. Die Bodyparts haben sie aus handgedengeltem Aluminium hergestellt, gebürstet und mit großen Kühlrippen versehen. „Wir wollten die Anmutung eines angreifenden Bullen erreichen. Breite Schultern, schlanke Taille.“ Den nächsten Angriff wagt der Bulle auf der Intermot, wenn die Essenza Modelle erneut gegeneinander antreten und den finalen Sieger in Race und Design unter sich ausmachen.

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