Der Mann der Meilen.

Brian Tinkler ist ein Vielfahrer.

Angeber. Brian muss nicht lange überlegen. Von dieser Art Biker hält er nicht viel. „Das ist mir zu viel Gehabe“, findet der 60-jährige Rentner aus Südkalifornien. Er lässt seine Fahrkünste nicht raushängen, muss sich mit seinem Können nicht in den Vordergrund reden. Übers Fahren spricht Brian nicht. Er tut es einfach. „Das ist das einzige, was zählt“, sagt er. Am liebsten zügig.

Ich bin kein Mann vieler Worte. Aber vieler Meilen. #MAKEITSPEZIAL

Kein angepasster Typ.

Kein angepasster Typ.

Brian macht auf seinen vier verschiedenen Bikes Kilometer wie andere Leute den ganzen Tag Kaugummi kauen. Dabei wirkt er auf den ersten Blick eher unscheinbar; entspricht mehr der Kategorie Onkel. Auf den zweiten Blick ist Brian unangepasst. Ein Individualist. Ein spezieller Typ – so unabhängig und frei wie für ihn auch seine coolen Rides durch Kalifornien sind. Bloß nicht der Norm folgen. So war er schon immer.

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Die erste Begegnung mit einem motorisierten Zweirad hat Brian im Alter von 12 Jahren. Damals besucht er seinen Cousin auf einer Farm in Oregon. Nach der Fahrt auf einem Vespa-Roller richten sich seine Blicke fortan auf die scharfen Bikes. Jahre später träumt Brian von der legendären BMW R 90 S, jenes Bike, das Star-Customizer Roland Sands als Concept Ninety neu interpretierte. Brian legt sich stattdessen eine R 100 S zu, aber sein Traum erfüllt sich. Je nach Gemütslage steigt er auch auf seine drei anderen Motorräder. Der Rentner liebt die Vielfalt, wechselt zwischen Sporttourer, Ausdauersportler und dem klassischen Naked Bike.

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Motorräder brauchen Zuwendung. Das ist für Tink – so nennen ihn Brians Kumpels – selbstverständlich. Wie das konkret aussieht? Im Zweifel schrubbt er auch mal mit der ausrangierten Zahnbürste an entlegenen und verwinkelten Stellen rum, bringt staubige Parts auf Hochglanz. In dem Punkt ist er gerne ein bisschen spießig, die Bikes bedeuten ihm alles. Allerdings: Spitznamen brauchen seine Gefährte nicht. „Finde ich albern. Das machen doch eher Mädchen, oder?“, sagt er und winkt ab.

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So wichtig wie die Zahnbürste bei der Pflege der Bikes ist Tink auch der Helm beim Fahren. Denn Sicherheit hat Vorfahrt: „Mein Leben ist es mir wert geschützt zu werden.“ Klarer Fall. Brian hat noch viele Touren vor, will noch viele Meilen machen. „Vielleicht bei Ausfahrten in kleinen Gruppen, gerne aber auch allein“, erzählt er, damit er besser abschalten und die Freiheit unterwegs genießen kann. Mit ein paar fetten Gitarrenriffs von Led Zepplin oder Jimmy Hendrix im Ohr. Dann schießen ihm die Worte „atmen“, „denken“ und „überleben“ durch den Kopf. Was ein wenig existenzialistisch klingt, würde sich Tink auf seinen Tank brushen lassen. Wie gesagt, Brian ist ein Individualist.

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