
Das moderne elektronische Motormanagement von BMW Motorrad sorgt für seidenweichen Motorlauf, optimalen Drehmomentverlauf, hervorragende Kaltstarteigenschaften sowie kraftvolle Leistungsabgabe. Es ermöglicht das Einhalten immer strengerer Abgasgrenzwerte und ist die Voraussetzung für eine einwandfreie Funktion des geregelten Katalysators. Darüber hinaus verbessert das elektronische Motormanagement den Bedienkomfort, verbessert die Wirtschaftlichkeit und stellt umfangreiche Diagnose-Eigenschaften zur Verfügung, um im Fall der Fälle besser, schneller und kostengünstiger reparieren zu können.
Eine wesentliche Aufgabe des Motormanagements übernimmt das zentrale Steuergerät, das einen leistungsfähigen Mikrochip beinhaltet. Dieses Bauteil berechnet in Abhängigkeit relevanter Betriebsparameter unter anderem die optimale Kraftstoff-Einspritzmenge, den idealen Einspritzzeitpunkt und den bestmöglichen Zündzeitpunkt. Dazu wertet das Steuergerät eine Vielzahl von Eingangssignalen aus, die von Sensoren erfasst werden. Zu nennen sind hier zunächst die Induktiv-Geber an Kurbel- und Nockenwelle, welche die Motordrehzahl und die momentane Stellung der Kurbelwelle erfassen, sowie der Drosselklappengeber, der die Öffnungsstellung der Drosselklappe misst. Aus diesen Parametern errechnet die Zentraleinheit die angesaugte Luftmenge und die entsprechend einzuspritzende Benzinmenge. Weitere Messfühler für die Motor- und Außentemperatur sowie den Luftdruck liefern Signale zur Feinabstimmung.
Schließlich informiert eine Lambda-Sonde im Abgasstrang über die aktuelle Gemischzusammensetzung. Schadstoffkomponenten wie Kohlenwasserstoff, Kohlenmonoxid und Stickoxid, die im Abgas durch die Verbrennung anfallen, werden minimiert, wenn das Luft/Benzingemisch im idealen Massenverhältnis von 14,7 zu 1 vorliegt. Dieses Mischungsverhältnis wird mit Lambda =1 bezeichnet. Eine effektive Lambdaregelung verhindert so bereits während der Verbrennung zu hohe Schadstoffkonzentrationen. Der Boxermotor verfügt sogar über zwei dieser Lambdasonden - eine für jeden Zylinder. Dadurch können die Korrekturen der Gemischzusammensetzung einzeln für jeden Zylinder eingesteuert werden: Vorbildliche Abgaswerte bei verringertem Verbrauch sind das Ergebnis. Zusätzlich verfügt der Boxermotor über eine Doppelzündung. Dabei wird der Zündzeitpunkt jeder der beiden Zündkerzen pro Zylinder abhängig vom Lastzustand und der Drehzahl frei programmiert. Diese so genannte Phasenverschiebung optimiert die Laufkultur, die Schadstoffemissionen und den Verbrauch.
Im Steuergerät sind mehrdimensionale Kennfelder gespeichert, die für jeden Betriebszustand des Motors die optimalen Werte für Zündung, Einspritzung und Ansteuerung der übrigen Aktuatoren bereithalten. Das Motormanagement steuert außerdem das Kaltstartverhalten mit elektronisch geregelter Drehzahlregulierung. So springt das Triebwerk bei jeder Umgebungstemperatur und in jedem Betriebszustand - ob kalt oder heiß, im Flachland oder im Gebirge - stets zuverlässig an. Eine manuelle Startvorrichtung über einen Choke kann daher entfallen.
Mit der Einführung der aktuellen Boxer- und Vierzylindermotoren wird die Spitzenstellung von BMW Motorrad auf dem Gebiet der elektronischen Motorsteuerung weiter ausgebaut. Hier kommt erstmals die "BMW Motor Steuerung" (kurz: BMS-K) zum Einsatz - eine digitale Motorelektronik, die speziell für die Anforderungen bei Motorrädern entwickelt wurde. Ihr Steuergerät erhält mehr Eingangssignale über eine wesentlich umfangreichere Sensorik als bisher und vergleicht die aktuell erfassten Motordaten mit den abgespeicherten Betriebswerten. Entsprechend werden Einspritzung und Zündung für jeden Zylinder optimal berechnet, eine überzeugende Drehmomentabgabe und ein noch feinfühligeres Ansprechen des Motors sind die Folge. Der Datenaustausch zwischen den Steuergeräten, Sensoren und Verbrauchern erfolgt dabei per CAN-Bus-Technologie. Die konventionellen Schmelzsicherungen entfallen bei dieser Technologie. Sie werden durch spezielle Sicherungsfunktionen in den Steuergeräten ersetzt, die präziser arbeiten und den Sicherungsaustausch überflüssig machen.
Gleichzeitig wurde mit der neuen Motorengeneration sowohl beim Boxer- als auch beim querliegenden Reihenmotor eine Klopfregelung eingeführt, die in dieser Form erstmals bei Motorrädern zum Einsatz kommt. Bei diesem System erkennen Sensoren an jedem Zylinder eine unkontrollierte Verbrennung, woraufhin die Motorelektronik den Zündzeitpunkt entsprechend verstellt und so Schäden durch Kraftstoff mit niedriger Oktanzahl vermeidet. Als Folge kann beispielsweise der eigentlich auf Superbenzin ausgelegte Boxermotor auch mit Treibstoffen minderer Qualität betrieben werden, wie sie üblicherweise in fernen Ländern vorkommen können.
Für optimalen Diebstahlschutz sorgt eine in die BMS-K integrierte elektronische Wegfahrsperre. Dabei kommuniziert ein Transponder im Schlüssel über eine Ringantenne im Zündschloss mit dem Steuergerät der elektronischen Motorsteuerung. Diese Technologie stellt derzeit das beste und sicherste System einer Wegfahrsperre dar. Die BMW Motor Steuerung sorgt so für höchste Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit unter allen Bedingungen.